Philips EL 3302

Dies ist der Philips EL 3302, ein direkter Nachfolger des EL 3301, der ebenfalls auf dieser Webseite vorgestellt wird. Gegenüber seinem direkten Vorgänger weist das Gerät bereits einige Veränderungen auf. Das Gehäuse ist nun schwarz, außerdem hat das Kassettenfach ein kleines Sichtfenster bekommen. Von den Bedienelementen und von der Grundform unterscheidet sich der neuere Rekorder kaum von seinem Vorgänger. Sehen Sie sich dazu auch die Bilder am Ende dieses Artikels an, auf denen beide Geräte im direkten Vergleich zu sehen sind. Doch zunächst zurück zu diesem Gerät hier.

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Dieses Kassettengerät sieht noch etwas gepflegter aus als wie eben schon erwähnte Philips EL 3301, der leider schon einige Beschädigungen am Gehäuse abbekommen hat. Die Bedienelemente des Gerätes beschränken sich auf die notwendigsten Knöpfe. Neben den Laufwerksschalter in der Mitte des Bedienfeldes ist noch eine Aufnahmetaste zu finden, außerdem besitzt dieses Gerät wie sein Vorgänger ein kleines Zeigerinstrument zur Anzeige der aktuellen Versorgungsspannung bzw. des Batteriezustandes und der Aufnahmeaussteuerung, welche durch einen seitlich am Gerät angebrachten und separaten Drehregler erfolgt.

Auch innen im EL 3302 sieht es ähnlich aus wie im direkten Vorgängermodell. Natürlich sind auch hier die Antriebsriemen nicht mehr brauchbar. Letzte Reste von diesen sind noch im Laufwerk an zu finden, wobei ich mir nicht sicher bin, ob der rote Antriebsriemen zum Motor tatsächlich original in diesem Gerät eingesetzt wurde.

Dies ist die Verstärkerplatine des Gerätes. Die Motorsteuerung befindet sich auf einer separaten, vorne rechts im Bild zu sehenden Platine. Die Verstärkerplatine enthält einen vierstufigen Vorverstärker mit anschließender Treiber- und Endstufe für den integrierten Lautsprecher oder einen separaten Außenlautsprecher. Die Endstufe wird während des Aufnahmebetriebs auch als Löschoszillator verwendet. Das Netzteil ist für diesen Rekorder separat erhältlich gewesen. Von Haus aus war das Gerät hauptsächlich für den Batteriebetrieb vorgesehen. Der Anschluss des Netzgerätes erfolgt an der Seite über eine entsprechende sechspolige DIN-Anschlussbuchse.

In dieser Abbildung sind einige der Reste der Antriebsriemen zu erkennen. Der kleinere der beiden Antriebsriemen hat sich in eine schwarzen Masse verwandelt, die erst mühsam entfernt werden musste, bevor ein neuer Riemen eingesetzt werden konnte.

Das Chassis kann nach dem Lösen einiger Schrauben aus dem Gehäuse herausgenommen werden. Der Lautsprecher ist über Kontaktflächen mit dem Verstärker verbunden. Kabel können hier beim Ausbau des Laufwerks deshalb nicht abreißen.

Das ausgebaute Laufwerk des Philips EL 3302 kann ohne größere Probleme gründlich gereinigt werden. Dies gilt vor allem für die Bandführungen und die Köpfe, die doch einiges an Bandabrieb aufwiesen und unbedingt gründlich gereinigt werden sollten, bevor wieder eine Kassette mit dem Gerät abgespielt wird.

Auch die Andruckrolle und der Capstan benötigten zunächst eine gründliche Reinigung mit Isopropanol. Ansonsten ist das Laufwerk recht unanfällig und kann in der Regel ohne größere Probleme wieder in ein funktionsbereiten Zustand versetzt werden. Es handelt sich um einen sehr einfachen Aufbau eines Kassettenlaufwerks, der sich doch in einigen Punkten von dem Aufbau modernerer Laufwerke oder solchen in Geräten aus fernöstlicher Fertigung wie etwa dem Universum CT2723  unterscheidet.

Interessanterweise hing noch ein letzter Rest eines Antriebsriemens direkt am Antriebsrad des Motors fest. Im Hintergrund direkt unter dem üblichen Verlauf des Antriebsriemens zu sehen ist übrigens der Umschalter für die Motorsteuerung. Die Drehzahl des Motors wird nämlich beim schnellen Rücklauf geändert, sodass der Motor je nach Betriebsart seine Drehrichtung umschaltet. Auf diese Weise konnte man beim Aufbau des Laufwerks auf ein zusätzliches Zwischenrad zum Antrieb des linken Antriebs für die Spule in der Kassette verzichten.

Diese Abbildung zeigt das zerlegte Laufwerk mit ausgebauter Schwungscheibe und Antriebswelle für den rechten Wickelteller. Die einzelnen Laufwerksteile wurden mit neuen Schmiermitteln versehen, nachdem sie gründlich gesäubert worden waren.

Nach der ersten Instandsetzung stellte sich heraus, dass der Kassettenrekorder das Band viel zu schnell abspielte. Genauer gesagt lief das Laufwerk erst mit korrekter Geschwindigkeit, bevor es nach wenigen Sekunden schneller wurde. Es stellte sich heraus, dass dies kein auf die Mechanik des Gerätes zurüchzuführender Fehler war, sondern ein elektronischer Fehler. Das Bild zeigt die Platine für die Drehzalregelung. Nachdem die Spannung direkt am Motor nach ein paar Sekunden von rund 4 Volt auf mehr als 5,1 Volt anstieg, nahm ich diese Platine etwas genauer unter die Lupe. Bei einigen Messungen stellte ich schließlich fest, dass die Spannung zwischen dem Kollektor und dem Emitter des PNP-Transistors AC128 (ganz rechts mit dem Kühlkörper) absank, obwohl die Basisspannung konstant blieb. Dadurch stieg die Spannung und damit auch die Drehzahl am Motor des EL 3302 an.

Ein passender Ersatztransistor konnte aus einer alten Platine aus einem Tonbandgerät gewonnen werden.  Im Bild ist die reparierte Platine mit dem neuen Transistor zu sehen. Links sehen Sie den ausgebauten Transistor mit dem Defekt. Nach dem Austausch lief das Laufwerk wieder mit korrekter Motordrehzahl und mit einer gleichmäßigen Geschwindigkeit.

Die folgenden Bilder zeigen den Philips EL 3301 und den EL 3302 im direkten Vergleich. Das Gehäuse ist beim EL 3302 dunkler geworden (schwarz statt grau), außerdem hat es ein paar Verzierungen bekommen (vorne und hinten sowie seitlich). Sehr praktisch ist auch das neu hinzugefügte Sichtfenster zum Kassettenfach und auf die Kassette.

Ein Blick in das Kassettenfach. Die Schraube im Kassettenfach muss für den Ausbau des Kassettenlaufwerks entfernt werden.

Der EL 3302 (oben im Bild) hat einen zusätzlichen Lautsprecheranschluss bekommen. Daneben besitzt der Kassettenrekorder wie sein Vorgänger einen Anschluss für eine externe Audioquelle und einen Vorverstärkerausgang und den Netzteilanschluss, der bei Verwendung eines Mikrofons mit Schalter auch zum Starten und Stoppen des Laufwerks über einen zweiten Anschlussstecker am Mikrofon dient. Leider ist dadurch keine gleichzeitige Nutzung eines Netzteils möglich.

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